Es war abends um sechs, als wir erschöpft im Hafen der Insel Lopud einliefen.
Viele Kinder waren am Strand versammelt. Einige bauten Sandburgen, andere badeten noch oder planschten am Ufer herum. Wir hatten einen Tisch im Restaurant Obala – kroatisch für Küste – reserviert. Um uns herum sassen weitere Touristen, die auf ihr Essen warteten. Unser Gastgeber Ivo, der Besitzer, kannte unsere Wünsche. Wein und Mineralwasser standen schon auf dem Tisch.
Srećko, unser Tauchleiter, war gelassen. Ich schätzte ihn um die 50 Jahre alt. Über ihn wusste ich nicht viel, nur dass er Herzchirurg war und lieber von seiner Tauchschule leben würde, als heikle Herzoperationen durchzuführen. Ob er Kroate oder Serbe war, wusste ich nicht.
«Das Herz macht keinen Unterschied zwischen Nationalität und Hautfarbe. Es klopft in jedem von uns – mal besser, mal schlechter», war einer seiner Lieblingssätze.
Ahti war am Fluss Vantaanjoki bei Helsinki geboren, wie er sich gerne vorstellte. Er war pensioniert, aber lange als Pfarrer zur See gefahren.
Ich wusste, bevor ich ihn traf, gar nicht, dass es so einen Beruf gab. Seepfarrer. Er predigte auch lieber über Seeungeheuer, Sirenen und Meeresgötter, die er auf seinen Reisen angeblich getroffen hatte, als über Gott und seine Wunder.
Wir waren eine kleine Truppe. Mit meinen 21 Jahren war ich der Jüngste.
[…]
Das Klingeln meines Handys überraschte mich, zerbrach die Stille. Wer schreibt mir und wusste es besser. Ich öffnete die SMS auf meinem iPhone. Eine unendliche lange Sekunde ging es, bis ich die Meldung auf dem Bildschirm lesen konnte.
Fange neu an, lass den Schmerz zu! Wir können nicht zurück.
Die Nachricht stammte von M. Es war eine von vielen, die ich seit einem Monat bekam.
Ich wusste, ich würde sie für den Rest meines Lebens lieben. Sie schrieb:
… wir sind dazu verdammt, gebrannte Kinder zu sein, uns ewig zu wundern, was hätte geschehen können …
Mein Herz presste sich feige zusammen, und ich hämmerte mit meinen Fäusten auf den Tisch, als ob ich damit den Druck lösen könnte.
Ich wunderte mich, warum wir das Beste in unserem Leben gehen lassen.
Srećko hatte wohl gehört, wie mein Herz zerbrach.
«Es ist wahrscheinlich eine schlechte Vergangenheit, die dich jetzt gerade einholt.»
Ich blickte ihn überrascht an.
«Es ist wie der eine Stein, der von irgendwo ins Wasser fällt. Ein kleiner Stein. Wie ein Sandkorn in deinem Leben…»
[…]
«Und alle diese Bewegungen rütteln dich wach, während du im Leben mit etwas ganz anderem beschäftigt bist. Diese Strömungen können an dir schadlos vorbeiziehen oder dich verändern. Du lernst aus ihnen. Um dich auf die nächste Welle vorzubereiten.»
[…]
«Hörst du das Rauschen der Muscheln?», fragte Srećko ruhig. Er wollte mich von meiner Niedergeschlagenheit ablenken.
[…]
«Was verrät dir das Meer?», fragte ich Srećko, während ich den Hafen und die Bucht betrachtete.
[…]
«Was bedeutet dir dein Herz?», fragte mich Natascha, die sich bisher kaum an unserem Gespräch beteiligt hatte.
[…]
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Quelle: SwissAnwalt, https://www.swissanwalt.ch